Teichmühle Steinwiesen

Museum und Betrieb zugleich

Geschichtliches


Teil 1


1000 -1250   Im Hochmittelalter erfolgte die Besiedlung des Nortwaldes, erst auf den Höhen und dann in den Tälern. Bereits vorher waren slawische Siedlungen vorhanden. Nortwald ist der frühere Name des Frankenwaldes.

1122   Erste Erwähnung einer Mühle im Frankenwald in einer bischöflichen Urkunde

1348   Erste "Segmul" im Frankenwald (Stadtsteinach)

1507   Erste urkundliche Erwähnung einer Schneidmühle "bei dem Hader gelegen" in Steinwiesen. Sie ist die Vorgängerin der Teichmühle im sogenannten Kastenamtsurbar.

1605   Zinsbrettabgabe. Jährliche Abgabe von 1 Schock Bretter an die bischöfliche Hofkammer in Bamberg durch die Hadersmühle

1861   Erstmalige Setzung des "Aichpfahls" zur Regulierung der Stauhöhe am Wehr

vor 1870    gab es  154 Schneidmühlen im Frankenwald

07.12.1868    Ein großer Sturm zerstörte nahezu 1/3 der Bäume in den hiesigen Wäldern.  Bis 1880 folgten zwei weitere solche schwere Stürme.

So entstanden im ganzen Frankenwald nach den 3 Stürmen von 1868-70 insgesamt 14 Dampfsägen mit der neuen Technik und unsere
kleinen wassergetriebenen Frankenwaldsägen aus den vergangenen Jahrhunderten kamen mit den Anforderungen der neuen Zeit (Industriezeitalter)
technisch und finanziell einfach nicht mehr mit. Sie wurden ebenso wie die alten Nagelschmiede von modernen Nagelfabriken einfach von der neuen
Entwicklung überrumpelt und allmählich vom Markt verdrängt.

1881   Nach einem Brand erhielt die Teichmühle ein neues Gebäude mit einfacher Sägeeinrichtung.

1922   Neubau der Teichmühle nach einem Brand. Errichtung des steinernen Wohnhauses.

 

Teil 2
 

1950         Erwerb und Einbau des gebrauchten histor. Metallgatters samt Spannwagen und Gleisen, sowie Transmission und Antrieb über den Oberrodacher Mühlenbauer Götz aus einem abgebrannten Sägewerk bei Regensburg, Ges. Kosten 12.000 DM 

1955         Neubau des Stauwehres mit massiven Fundamenten, massiver Sohle, Stahlprofilträgern und Holznadeln anstelle der alten Holzkonstruktion und Eichpfahlsetzung, Kosten 6.000 DM 

1982         Kauf von 10 ½ Anteilen durch den Landkreis Kronach und 1 Anteil durch die Gemeinde Steinwiesen. ½ Anteil bleibt in Privatbesitz. 

1984         Umfassende Instandsetzung des Sägeschuppens und des Wohnhauses und musealer Ausbau.

Landrat Dr. Köhler wird Mühlvogt, Sponsoren Martin Beierschoder (Gebäude), Heimatpfleger Erhard Kuhnlein (Möbel, Bilder), Gesamtkosten 124.000 DM

Säger Josef Förtsch geht zur Mittleren Mühle, neuer Säger wird sein ehemaliger  Helfer Wolfram Kunz 

1987         Gründung des Mühlenvereines mit Martin Beierschoder als Vorstand, Übernahme der Museumsführungen durch den Verein mit 10 geschulten Mitgliedern, erster Kurzführer zur Teichmühle von Michael Kestel 

1988         Sommer-Hochwasserschaden an Mühlgraben und am Gebäude. Überschwemmung des Grabens, des vorderen Ausfalls und des Untergeschoßes sowie der Lagerfläche vor der Mühle. Pflasterung des Zugangs mit Ziegelsteinen, Betonfundament für Schwartenlager. 

1989         LR Dr. Schnappauf wird Mühlvogt 

1992         Aufstellung der alten Gänsmühle-Kammräder aus Holz und Errichtung einer Überdachung durch Ortsheimatpfleger Erhard Kuhnlein 

1993         Karlheinz Schrepfer wird Vorstand des Mühlenvereins, Anschaffung der Vereinsfahne 

2000         Stromanschluß für die Teichmühle (Spende EON) ca. 30.000 DM 

2002         1. Mühlenfest an der Teichmühle. LR Oswald Marr wird neuer Mühlvogt

Ein herbstliches Hochwasser beschädigt am 26. Oktober das Wehr schwer. Komplette Erneuerung der 13 m langen Stahlträger samt Beplankung und Geländer (Kosten ca. 12.000 € )               

2003         Mühlenverein unter Vorstand Michael Kestel übernimmt neben den Museumsführungen auch den Schneidbetrieb mit Bernhard Schlee als Säger und Bernhardt Lang als Helfer               

2007         Teichmühle feiert 500 jähr. Bestehen mit Neubau eines Bretterfloßes, Erneuerung des Stauschützes, Neubeplankung des Wasserrades, Festschrift von Christine Dorn, Film von Peter Schmittnägel und einer Blöchertrift mit Wallenfelser Flößern 

2014         Neuer Flyer von Michael Kestel u. Oliver Renk, Bernhard Schlee u. Hans Ströhlein bauen 2 neue Kinderfloße für den Mühlgraben, neuer Internet-Auftritt von Bernhardt Lang

2016         Landrat Klaus Löffler wird neuer Mühlvogt.

 

Aufgestellt am 19.11.2014
MÜHLENVEREIN RODACHTAL e.V.
Michael Kestel
1. Vorsitzender

(ergänzt von Rolf Menke April 2018)

 

© Mühlenverein Rodachtal e.V.