Teichmühle Steinwiesen

Museum und Betrieb zugleich

Die Teichmühle Steinwiesen

vom ehemaligen Kreisheimatpfleger Gerd Fleischmann  zum 500-jährigen Bestehen im Jahr 2007

Mühlen sind voller Geheimnisse. Mühlen sind voller Geschichten. Die einen klappern am rauschenden Bach, erzählen vom Wasser, das nie aufhört zu fließen. Nur noch wenige dieser vorindustriellen Denkmäler sind im Frankenwald der Nachwelt erhalten geblieben. Einst prägten zahlreiche Schneid- und Mahlmühlen, gleich Perlen an einer Kette, die engen Täler der Frankenwaldflüsse Haßlach, Kronach und Rodach. Das klappernde Mühlrad war ein Teil dieser Landschaft. Und im Wappen des Landkreises Kronach verweist das goldene Wasserrad an der Wappenspitze auf den Holz- und Wasserreichtum des Frankenwaldes und die sich ergebende Wirtschaftsstruktur vergangener Zeiten.

 

Wappen des Landkreises KronachWappen des Landkreises Kronach

 

Die Teichmühle, in alter Zeit als Hadersmühle bekannt, ist erstmals 1507 im Kronacher Kastenamtsurbar erwähnt worden. Damals wurden bereits 70 Mühlen genannt, und zwar 43 Schneidmühlen, 16 Mahlmühlen, ein Hammer, vier nicht genauer benannte Mühlen und vier bereits abgegangene Mühlen.

1881 und 1922 wurde die Teichmühle jeweils durch einen Brand zerstört. Das hölzerne Mühlrad wurde 1951 gegen ein gleichartiges eisernes Wasserrad mit gebogenen Schaufeln, also ein sogenanntes Zuppinger-Wasserrad, ausgewechselt, so dass nun 7 PS erreicht werden können.

 

Die offenen Türen laden ein

Die offenen Türen laden zur Besichtigung ein.

Die Rettung dieser geschichtsträchtigen Mühle kam aus der Politik. Mit der Sanierung der vorher mehrmals stillgelegten Teichmühle im Jahre 1984 unter dem damaligen Kronacher Landrat Dr. Heinz Köhler ist ein Stück Heimatgeschichte der Nachwelt erhalten geblieben – eine attraktive Ergänzung zum Flößermuseum in Unterrodach. 

In den letzten Jahren hat sich der Mühlenverein Rodachtal mit Vorsitzendem Michael Kestel mächtig ins Zeug gelegt, um den Schneid- und Museumsbetrieb zu erhalten. Bestaunt wird immer wieder das große Mühlrad, das sich unermüdlich dreht sowie der über 140 Jahre alte königlich-bayerische Eisenvollgatter, der von den beiden Schneidmüllern Bernhard Schlee und Bernhardt Lang fachkundig, ja geradezu liebevoll bedient wird.

 

Der königlich-bayerische Eisenvollgatter beim Mühlenfest

Der königlich-bayerische Eisenvollgatter wird beim Mühlenfest bestaunt.

Seit dem 500-jährigen Geburtstag im Jahr 2007 gab es eine weitere Besonderheit: Die Vorstellung eines Bretterfloßes, dass letztmals in den Zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts auf der Rodach befördert wurde. Zwischen 1800 und 1900 wurde nahezu die Hälfte des Holzes als Bretterflöße Rodach abwärts zum Main gebracht. Ab 1900 erfolgte dies hauptsächlich mit der Rodachtalbahn.

Die Mühlen – einst Vorläufer des Industriezeitalters – haben zusammen mit der Flößerei und dem Bergbau das wirtschaftliche Leben im Frankenwald ganz entscheidend geprägt. Es ist deshalb erfreulich, dass dieses geschichtliche Erbe auch für die zukünftigen Generationen erhalten wird. Unsere Politiker stehen in der Pflicht, die Erhaltung dieser Zeugnisse unserer vielfältigen Wirtschaftsgeschichte finanziell zu unterstützen und zu fördern.

© Mühlenverein Rodachtal e.V.

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