Hans Götz führt den Mühlenverein Rodachtal kommissarisch weiter
Bruno Beierlorzer übernimmt den Posten des Schriftführers
von Susanne Deuerling im November 2025
Steinwiesen. Nach dem Rücktritt des langjährigen Vorsitzenden des Mühlenvereins Rodachtal e.V., Michael Kestel, im Mai dieses Jahres hat der zweite Vorsitzende Hans Götz kommissarisch den Vorsitz übernommen. Bei der Mitgliederversammlung wurde nun beschlossen, dass er diesen bis zur nächsten offiziellen Neuwahl im Frühjahr 2026 behalten wird. Da er jedoch auch den Posten des Schriftführers innehatte, übernahm diesen nun Bruno Beierlorzer, ebenfalls bis zur Wahl. Beierlorzer brachte es auf den Punkt, es wird immer schwieriger, sich vorn hinzustellen. Deshalb soll die Arbeit in Gruppen aufgeteilt werden. Dann wird es für jeden leichter.
Hans Götz blickte nach einer kurzen Begrüßung auf das ereignisreiche Jahr an der Teichmühle in Steinwiesen zurück. In vier Vorstandssitzungen und vier großen Arbeitseinsätzen konnte viel erreicht werden. Die Arbeit wurde gut aufgeteilt, die Mannschaft war motiviert und die Mühle steht in einem neuen Glanz da. Vor allem der Sägespänebunker und der Gatterbereich wurden aufgeräumt, gereinigt und der aufgeräumte Eindruck verlieh der Teichmühle neues Ansehen. Aber das größte Highlight in der abgelaufenen Saison war die Bestallung der fünf neuen Schneidmüller, die alle mit viel Enthusiasmus und Energie an ihre Arbeit gegangen waren. Die Ausbildung wurde vor allem auch von Steinwiesen aktiv mit initiiert und mit der Prüfung zum „Staawiesne Schneimülle“ abgeschlossen. Seitdem ist an der Mühle gerade an den Wochenenden so einiges los gewesen. Nicht nur, dass viel gearbeitet wurde, es waren auch zahlreiche Besucher an den Sonntagen zu verzeichnen. „Man hat immer wieder gehört, dass die Führungen interessanter gewesen waren und vor allem die Schneidvorführungen kamen toll an“, betonte Hans Götz, ein Dank an die neuen Schneidmüller und alle, die Führungen machten, schloss sich an.
Angeschafft wurde auch so manches. So z.B. ein Schleifautomat für die Gattersägen, die Sanierung der Unisex-Toilette und der Grundstock für eine Terrasse, auf der man auch Gruppen bewirten kann oder einfach nur zum Ausruhen der Gäste. Für 2026 gab Hans Götz einen Ausblick, was er und vor allem seine „Schneimüller“ geplant haben. Die Terrasse soll fertig gebaut und teilweise überdacht werden. Angestoßen wurde auch ein Trinkwasseranschluss, der bislang in der Teichmühle fehlt, die Toilette wird vom Mühlenbach gespeist. Was man aber nicht will, ist eine Gastronomie aufzubauen. Hier werde man mit einheimischen Geschäften zusammenarbeiten, wenn dies für Gruppen gewünscht wird. Man werde sich wieder am Deutschen Mühlentag beteiligen, evtl. einen „Schneimüllerzomd“ ausrichten und vor allem die Zusammenarbeit im Oberen Rodachtal mit Marktrodach und Wallenfels stärken.
Gerhard Wunder, Bürgermeister, stellv. Landrat und stellv. Mühlvogt, konnte ebenfalls einiges Positive berichten. Es gibt auf jeden Fall die Bereitschaft, mit dem Tourismusverband zu kooperieren, das Obere Rodachtal hält hier zusammen, dies ist sehr wichtig. Außerdem hat er Kontakt mit der FWO aufgenommen zwecks Trinkwasserleitung. Das ist allerdings nicht so einfach, da eine Bohrung unter der Rodach durch nicht in Frage kommt. Eine neue Idee wäre, einen Anschluss aus der Ortsleitung Steinwiesen zu legen, hauptsächlich bei Veranstaltungen zu nutzen. Mit der Denkmalbehörde ist er auch in Verhandlung, um für den geplanten Anbau die denkmalpflegerische Genehmigung zu bekommen. Er dankte der gesamten Vorstandschaft und allen, die Verantwortung an der Mühle übernommen haben. „Für dieses Kleinod müssen wir weiterhin noch viel mehr Werbung machen“, betonte Wunder.
Rolf Menke brachte die Anregung, den langjährigen Vorsitzenden Michael Kestel zum Ehrenmitglied zu machen. Dies wurde einstimmig befürwortet und soll bei der nächsten Mitgliederversammlung in einem feierlichen Rahmen geschehen.
Mühlenverein Rodachtal e.V. im April 2026
